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5.
Internationale Tage der Meerwasser-Aquaristik in Straßburg 09.
und 10. juni 2007
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| Jean-Jacques
Eckert, Organisator der Veranstaltung (rechts), mit Referent
Dr. Dieter Brockmann. |
Etablierte,
regelmäßig stattfindende Meerwassersymposien gibt
es mittlerweile einige.
Hierzu zählen z. B. das Lünen - Meerwassersymposium,
oder die jährlichen Seewassersymposien, die von den deutschen
und österreichischen Meerwasservereinen durchgeführt
werden, die der MarinLife angeschlossen sind. Mit dem Prädikat,
ein internationales Meerwassersymposium in Europa zu organisieren,
darf sich meines Erachtens aber eigentlich nur der französische
Verein Récif France mit seinen Internationalen Tagen der Meerwasseraquaristik
schmücken. Zum fünften Mal fand diese Veranstaltung am 9.
und 10. Juni 2007 im Salle de Fêtes von Illkirch-Graffenstaden
einige Kilometer vor den Toren von Straßburg statt.
Rund 130 Meerwasseraquarianer aus unterschiedlichen Nationen
nahmen an dem Symposium teil. Referenten aus Europa und den
USA waren eingeladen, die zu aktuellen Themen rund um die
Meerwasseraquaristik sprechen sollten: „Die artgerechte Haltung
und Vermehrung von Seeanemonen" (T. Spier, Schweiz), „Die
optimale Anwendung des Eiweißabschäumers" (D. Abed-Navandi,
Österreich), „Das biologische Fischaquarium" (D. Heerz,
Deutschland), „Nano-Aquarien" (Julian Sprung, USA), „Dendronephthya
– letzte Neuheiten zur erfolgreichen Pflege" (A. Luty Deutschland),
„Die erfolgreiche Nachzucht der Feilenfisches Acreichthys
tomentosus" (I. Bönig. Deutschland), „Critters von Cabilao"
(M. Mrutzek, Deutschland) und „Fische für Nano-Aquarien" (S.
W Michael. USA). Mein Vortrag „Kalzium in der Riffaquaristik
– Mythos und Wirklichkeit" diskutierte die Funktionen des
Kalziums im Meerwasseraquarium und die Notwendigkeit seiner
Nachdosierung.
Leider konnte M. Mrutzek nicht kommen, da er aufgrund einer
Flugzeugpanne in Sharm el-Sheik aufgehalten worden war. Und
auch Scott Michael hatte Anreiseprobleme, so dass er erst
am Samstagabend eintraf. Doch diese unglücklichen Umstände
taten der Freude am Symposium keinen Abbruch, denn wie nicht
anders zu erwarten war, löste Jean-Jacques Eckert, für
die Ausrichtung des Symposiums verantwortlich, diese Probleme
gewohnt schnell, zuverlässig und unkompliziert. Schade
war meines Erachtens hingegen, dass die Veranstalter keinen
französischen Referenten eingeladen hatten. Es wäre
für das internationale Publikum sicherlich sehr interessant
gewesen, etwas über den Stand der Meerwasseraquaristik im
Gastgeberland zu erfahren.
Will man über Trends in der Meerwasseraquaristik sprechen,
muss man seit einiger Zeit die Nano-Aquarien erwähnen.
Und diesem Trend konnte und wollte sich das Straßurger-Symposium
nicht entziehen. Zwei Vorträge befassten sich mit dem
Thema und zeigten, wie man diese Kleinaquarien aufbauen und
mit welcher Technik man sie ausstatten muss, um erfolgreich
zu sein. Mit anschaulichen Bildern dokumentierte Julian Sprung
die ganze Bandbreite dieser Becken von Kleinstaquarien mit
1 liter Inhalt bis hin zu 100 liter Aquarien. Weiterhin zeigte
er Wirbellose, die sich ausgezeichnet für solche Nano-Aquarien
eignen und — was mindestens genau so wichtig ist — listete
Fischarten auf, die keinesfalls in Nano-Aquarien gepflegt
werden dürfen. Scott Michael machte speziell die Fische zum
Thema seines Vortrages: Fische für das Nano-Aquarium. Wer
die Qualitât der Fotos von Scott Michael kennt, weiß
dass dies ein reiner Augenschmaus für das Publikum war.
Abgerundet wurde das offizielle Programm durch einen Workshop,
der von A. Glaser ausgerichtet wurde. Der Workshop befasste
sich mit der richtigen Durchführung von Wasser-tests — ein
nach wie vor aktuelles und sehr wichtiges Thema in der Riffaquaristik.
Zusätzlich gab es eine Produktausstellung, an der sich
u. a. Firmen wie Aquarium Systems, Giesemann, Tropic Marin
und Tunze beteiligten. Einige dieser Firmen traten auch als
Sponsoren auf. Ihnen muss man an dieser Stelle danken, denn
ohne ihr finanzielles Engagement ist die Durchführung eines
solchen Symposiums nicht möglich. Last, but not least
gab es natürlich auch einen Stand mit Korallenablegern, an
dem interessierte Aquarianer sich beraten lassen, aber auch
qualitativ hochwertige Korallenableger erstehen konnten.
Viele Leser werden sich an dieser Stelle fragen, wie die Aquarianer
mit der Sprachenvielfalt auf dem Symposium zurecht kamen.
Die Vorträge wurden nach Bedarf — jeweils nach einem
Satz Zeit versetzt — entweder ins Englische und Französische
übersetzt oder ins Deutsche und Französische. Das klappte
sehr gut, führte jedoch zwangsläufig dazu, dass sich
die Vorträge in die Länge zogen und der Fluss des
jeweiligen Vortrages etwas verloren ging.
Das Symposium in Straßburg bot aber weit mehr als nur
Vorträge. Die Pausen zwischen den Präsentationen
ließen ausreichend Zeit, um mit den anderen Teilnehmern
zu diskutieren. Nach anfänglicher Scheu entstanden die
Gruppen schnell, und nicht selten sah man dann französische
Aquarianer mit deutschen über die Fachvorträge oder das
eigene Aquarium diskutieren. Und schnell wurde klar, dass
die aquaristischen Probleme überall die gleichen sind. Erwähnt
werden muss auch die obligatorische Ehrung der Referenten,
die seit den Anfängen des Straßburger Symposiums
durchgeführt wird. Auch der Sektempfang, der jeweils am Samstag
den Zeitraum zwischen Referenten-Ehrung und Abendessen überbrückt,
und natürlich das interessante elsässische Essen und
die guten elsässischen Weine sind zu nennen. Alles in
allem eine runde und gelungene Veranstaltung von Récif France.
Gratulation und Dank hierfür an Jean-Jacques Eckert und sein
Team.

Die
Pausen boten ausreichend Zeit, um intensiv über Themen
der Meerwasseraquaristik zu diskutieren.
Dr.
Dieter Brockmann
Koralle 46 / août/septembre 2007
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